SPD Bensheim fordert klare Zusagen auf Ganztag in den Grundschulen

Zu Beginn des neuen Schuljahrs fordert die SPD Bensheim einen zügigen Ausbau von
Ganztagsangeboten an den Grundschulen im Land. Hessen habe hier einen ganz
erheblichen Nachholbedarf, weil die Landesregierung aus CDU und Grünen das Thema nur
schleppend angehe, sagte Jürgen Kaltwasser, der Vorsitzende des Ortsvereins.
„Im Herbst vergangenen Jahres ist das Ganztagsförderungsgesetz in Kraft getreten, das
allen Kindern und ihren Eltern stufenweise einen Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung
und Betreuung in der Grundschule gewährt: Ab dem Schuljahr 2026/27 für die Erstklässler
und ab 2029/30 für alle Grundschülerinnen und Grundschüler. Das beste Gesetz nützt aber
nichts, wenn die Landesregierungen – so wie hier in Hessen – nicht sicherstellen, dass der
gesetzliche Anspruch auf die Ganztagsbetreuung auch erfüllt werden kann“, erklärte
Kaltwasser.

In ganz Hessen würden bis zu 4.100 zusätzliche Vollzeitstellen benötigt, bekräftigt auch
Stadträtin Josefine Koebe, um ab 2026 die ganztägige Förderung von bis zu 70.000
Schülerinnen und Schülern in den Grundschulen sicherzustellen. „Aber diese zusätzlichen
Kräfte sind weit und breit nicht in Sicht, weil es in Hessen nicht genug Studien- und
Ausbildungsplätze gibt. Und selbst wenn es sie gäbe, wäre es zweifelhaft, ob sich angesichts
der unzureichenden Bezahlung des Grundschulpersonals genug Interessentinnen und
Interessenten finden würden“, so Koebe.

Die stellvertretende Vorsitzende des Ortsvereins, Dr. Julia Hamm kritisierte, dass die
Landesregierung bisher keinen verlässlichen Plan für den Ausbau der Ganztagsschulen
vorgelegt habe: „Die Schulen wissen nicht, mit welchem zusätzlichen Aufwand sie
tatsächlich rechnen müssen, die Kommunen wissen nicht, welche zusätzlichen Schulbauten
sie errichten müssen, und die Eltern wissen nicht, ob der Ganztag in der Grundschule
tatsächlich Wirklichkeit wird, wenn ihre Kinder ab 2026 eingeschult werden“, sagte Hamm.
Für die SPD sei klar: Der Rechtsanspruch dürfe nicht nur auf dem Papier stehen. Er müsse
überall in Hessen erfüllt werden, in jedem Stadtteil und in jedem Dorf

Bisher fielen viele Familien beim Übergang vom ganztägigen Kindergarten in die nur
halbtägige Grundschule in eine Betreuungslücke, die es schwermache, nach der
Einschulung Familie und Beruf noch zu vereinbaren. Der Rechtsanspruch auf ganztägige
Bildung und Betreuung in den Grundschulen sei ein wertvolles Instrument, um junge
Familien zu entlasten und die Schülerinnen und Schüler besser zu fördern. „Der Ganztag in
der Grundschule ist deswegen ein elementarer Beitrag zu Chancengleichheit in der Bildung.
Auch deswegen fordern wir vom Land klare Zusagen für unsere Schulen mit Blick auf die
Personalausstattung und auf den Bau von neuen Schulgebäuden. Es ist erschütternd, wie
dickfellig CDU und Grüne in der Landesregierung bei diesem Thema agieren und die
Verantwortung für den Ausbau abschieben anstatt zu handeln“, sagte Kaltwasser
abschließend.