Integration beginnt in den Köpfen

Im Heppenheimer "Halben Mond" lud die SPD Kreistagsfraktion zusammen mit den Jusos Bergstraße den Kreisbeigeordneten Matthias Schimpf und der Kreisausländerbeauftragten Brigitte Paddenberg am vergangenen Montag zu einem Fachgespräch zum Thema Asylpolitik im Kreis Bergstraße. Matthias Schimpf hob hervor, dass es vor allem bei den Integrationsmaßnahmen für Flüchtlinge Nachholbedarf gebe. So seien Sprachkursangebote nötig um die Flüchtlinge in die Gesellschaft integrieren zu können und ihnen eine Zukunftsperspektive zu geben. Momentan scheitere dies an den engbegrenzten finanziellen Möglichkeiten. Schimpf appellierte dabei an Bund und Land die Kreise und Kommunen finanziell besser auszustatten. Paddenberg lobte vor allem die große Akzeptanz und das ehrenamtliche Engagement in der Bevölkerung. Reformbedarf sieht sie bei der bisher fehlenden Ausbildungsunterstützung. Die Flüchtlinge seien nach ihrer oft jahrelangen Flucht hoch motiviert einer Arbeit nachzugehen und sich weiterzubilden, aber durch die teilweise ungewisse Asyldauer möchte sich kaum ein Unternehmen auf eine Ausbildung einlassen. "Kein Mensch ist illegal", mit dieser Juso-Forderung stellte Marius Schmidt, der Vorsitzende der Jusos Bergstraße, fest dass die bestehenden Defizite in der Asylpolitik schnellstmöglich behoben werden müssten. Die Erfahrung zeige, dass ehrenamtliches Engagement meist an den schwerfälligen Prozessen innerhalb der zuständigen Behörden und dem gesetzlichen Rahmen scheitere. Hindernisse und Restriktionen für Aktivitäten, vor allem aber die lange und ungewisse Bearbeitungszeit für Anträge von Asylanten würden den Integrationsprozess hemmen. Integration geschehe "aktiv und nicht passiv und muss in den Köpfen beginnen und nicht am Gesetzestext scheitern." Gleichzeitig forderte Schmidt ein Netzwerk aus Ehrenamt und Kommune, um die Flüchtlinge bestmöglich betreuen zu können. Die Beteiligten des Gespräches waren sich dabei einig, dass parteiübergreifendes Wirken den gesellschaftlich wichtigen Prozess der Integration angemessen mittragen könne. Die beiden Juso-Vorstandsmitglieder Torsten Mörstedt und David Westerheide forderten in Anschluss an die Veranstaltung, dass die europäischen Staaten und die Gesellschaft die Flüchtlinge, "nach ihrer oft dramatischen und anstrengenden Flucht, mit offenen Armen und neuen Perspektiven empfangen" und nicht durch "bürokratische Hindernisse von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben" fernhalten sollten.