SPD-Fraktion im Burgenlandkreis

Wie in jedem Jahr widmete die Kreistagsfraktion der SPD Bergstraße ihre November-Klausur dem Haushaltsentwurf für das kommende Jahr. Einziger Unterschied: die Klausur fand in diesem Jahr in Naumburg im Burgenlandkreis statt.

Nach 2007 besuchten die sozialdemokratischen Kreistagsmitglieder wieder einmal den Partnerkreis in Sachsen-Anhalt, neugierig zu erfahren, wie sich der aus zwei Kreisen (Alt-Burgenlandkreis und Kreis Weissenfels) im Jahr 2007 neugegründete Kreis weiterentwickelt hat. Und dies aus erster Hand.

Zuerst gab es einen intensiven Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen der SPD-Kreistagsfraktion bei einem gemeinsamen Abendessen in Balgstädt. Fraktionsvorsitzender Maik Reichelt erläuterte die aktuellen Themen und schnell wurde klar, dass sich die Herausforderungen in Ost und West mittlerweile sehr angenähert haben. Die Ärzteversorgung auf dem Land, die Klinikversorgung, die Sicherung von Arbeitsplätzen, die Folgen der zurückgehenden Einwohnerzahlen und nicht zuletzt die explodierenden Sozialkosten seien die Themen, denen sich das Parlament und die Verwaltung mit Landrat Harri Reiche intensiv widmen müssten.

Dieser war am nächsten Tag der Gesprächspartner im Besucherzentrum der „Himmelsscheibe von Nebra“. Vor über 3600 Jahren geschmiedet ist sie die älteste konkrete Darstellung des Kosmos weltweit und hat das Bild von der Bronzezeit revolutioniert. Auf dem Mittelberg bei Wangen, unweit von Nebra, wurde dieser archäologische Schatz 1999 von Raubgräbern entdeckt. Auf abenteuerlichen, teils kriminellen Wegen kehrte sie 2002 an ihren Ursprungsort zurück. In dem 2007 eröffneten Besucherzentrum, der „Arche Nebra“, wird die Scheibe, ihre Geschichte und vor allem ihr besonderer historischer Wert in einer außergewöhnlichen Ausstellung präsentiert.

Der ideale Ort für Harri Reiche, die vergangenen 5 Jahre seit der Neugründung Revue passieren zu lassen. Die Kreisstadt Naumburg mit den berühmten Stifterfiguren des spätromanischen Domes Uta und Ekkehard habe sich prächtig weiterentwickelt. Der Antrag auf Anerkennung als UNESCO-Welterbe sei auf dem Weg. Die aktuellen Probleme des Kreises konnten bisher erfolgreich gemanagt werden, nicht zuletzt deshalb, weil alle Fraktionen gemeinsam bereits an der Haushaltsaufstellung mitwirkten. Und die Chancen für den Kultur-Tourismus im ‚Geopark Saale-Unstrut-Triasland‘ seien gut: von der Himmelsscheibe, über Naumburg mit Dom und Nietzsche-Geburtshaus, zahlreichen Burgen, dem Schlachtfeld bei Lützen (auf dem Schwedenkönig Gustav Adolf 1632 sein Leben ließ), über gutausgebaute Rad- und Wanderwege bis hin zu den Produkten von „Rotkäppchen“ in Freyburg und die weltbekannten Weine an Saale und Unstrut habe der südlichste Landkreis von Sachsen-Anhalt viel zu bieten.

Nicht nur bei diesem Thema fühlten sich die Bergsträßer an den Geopark Bergstraße-Odenwald und das Weltkulturerbe Kloster Lorsch erinnert. Die große Bedeutung der Himmelsscheibe, ein Original am Ort seiner Entstehung zu haben, erinnerte doch sehr an die an die Bergstraße zurückgekehrte Handschrift „Tobiae“, die erst in der vergangenen Woche in Lorsch übergeben wurde.

Zu weitaus weniger Freude gab die Befassung mit dem aktuellen HH-Entwurf 2013 Anlass. Vorbereitet von Haushaltsexperte Josef Fiedler diskutierten die Kreistagsmitglieder unter der Leitung ihrer Fraktionsvorsitzenden Katrin Hechler das Zahlenwerk und bereiteten die Stellungnahme der SPD-Fraktion vor. Die Ausstattung der Kommunalen Finanzen in Hessen ist aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion nicht mehr zu akzeptieren und das größte Problem aller hessischen Kommunen.